Über 10.000 Corona-Tests bei Spielberg-Grands-Prix

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Über 10.000 Corona-Tests bei Spielberg-Grands-Prix

Für Eurofins Genomics hat die Intensivphase der Formel-1-Grands-Prix in Spielberg diese Woche begonnen. Das Biotech-Unternehmen führt beim WM-Auftakt am 5. und 12. Juli in der Steiermark die Covid-19-Tests durch und hat am Dienstag die ersten zwei Teststationen am Ringgelände eröffnet. 10.000 bis 12.000 Tests werden rund um die beiden Formel-1-Rennen durchgeführt.

Die Formel 1 startet die WM-Saison aufgrund der Corona-Pandemie mit vier Monaten Verspätung und unter strengen Hygienevorschriften. Umfassende Tests sind ein essenzieller Teil davon. “Alle, die am Ring arbeiten – das sind in Summe 3.000 Leute, die sich in der roten Zone bewegen – dürfen ihren Arbeitsbereich nur mit einem negativen Covid-19-Bescheid betreten, der nicht älter als vier Tage ist. Lokale Leute werden am Ringgelände getestet”, sagte Siegfried Schnabl, Geschäftsführer Eurofins Genomics Österreich und Osteuropa und verantwortlich für Spielberg, im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur.

Ab nächsten Montag wird daher Kapazität erhöht, dann sind 20 Teststationen am Ringgelände in Betrieb. “Wir sind in Summe mit ca. 50 Leuten vertreten, die den ganzen Formel-1 und FIA-Tross routinemäßig abstreichen (Proben nehmen). Alle fünf Tage muss sich jeder testen lassen”, erzählte Schnabl.

Das Logistik-Konzept sieht vor, dass die Proben zweimal täglich vom Ringgelände in das Labor in Ebersberg 30 km östlich von München transportiert werden. Dort wird sieben Tage die Woche 24 Stunden ausgewertet, was eine Kapazität von 25.000 Tests pro Tag ergibt. Innerhalb von 16 bis 24 Stunden nach der Probenentnahme stehen die Resultate fest.

Entnommen werden die Proben mittels Abstrich aus der Nase. Durchgeführt werden die Tests in Kojen von zwei Mitarbeitern in Schutzausrüstung (steriler Umhang, Brille, Handschuhe), einem medizinisch geschulten Abstreicher und einem Assistenten, der für das Einscannen und Verwalten der Proben zuständig ist. “Die zu testenden Personen kommen zu den Ständen, werden mit Barcode erfasst, der Barcode wird den Personen zugeordnet und in das Datenbanksystem eingespielt”, beschrieb Schnabl den Vorgang.

Dies sei “verwechslungssicher und absolut anonymisiert”, betonte er. “Wir haben nur den Barcode und die Nummer und wissen nicht, welche Person dahinter steht. Wir sind die Dienstleister, arbeiten mit dem Hygienemanager zusammen, der bekommt die Infos”, erklärte Schnabl. Sollte ein positiver Test auftauchen, würde erst das Büro des Hygienemanagers nachvollziehen können, um wen es sich bei der infizierten Person handelt. Dieser ist rund um den Red-Bull-Ring für die Einhaltung des von der Regierung abgesegneten Gesundheitskonzepts verantwortlich.

Eurofins Genomics hat die Ausschreibung des Internationalen Automobilverbands (FIA) für die zwei Rennen in Spielberg und das folgende am 19. Juli am Hungaroring bei Budapest an Land gezogen. Das auf DNA-Analytik spezialisierte Unternehmen ist aber auch im Vorfeld schon involviert. “Wir haben in allen Ländern die Möglichkeit, die Leute zu testen. Es gibt eine Empfehlung der FIA, dass die Leute für die Tests wenn möglich Genomics-Labore aufsuchen. Viele kommen aus England, da können sie Tests im Eurofins-Labor vor Ort durchführen”, sagte Schnabl.

Dass der Auftrag ein besonderer ist, ist sich Schnabl bewusst. “Prestigeträchtig ist das natürlich, aber auch sehr aufwendig. 50 Leute in einer sehr engen Zeitschiene aufzustellen, ist nicht so einfach”. Immerhin ist sein Team vier Wochen durchgehend mit der Formel 1 unterwegs, man suchte also Personal. “Wir haben einen großen Pool an Krankenschwestern und Sanitätern, die Erfahrung haben. Und der Event als solches ist hilfreich, dass sich mehr Leute melden”, sagte Schnabl.

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Ampel-Chaos und steigende Infektionszahlen – Gesundheitsminister sieht “erste Lage”, das Land befinde sich jetzt an einer wichtigen “Weggabelung”. Die Regierung hat sich nach dem Ministerrat zu Wort gemeldet, um einen Überblick über die aktuelle Corona-Lage und mögliche weitere Maßnahmen zu geben. Wenn bei Feiern in den eigenen vier Wänden die Corona-Regel missachtet werden, hat der Staat keine Handhabe. Bei Partys in geschlossener Gesellschaft denkt die Regierung über die Einführung einer Sperrstunde nach. Außenminister Alexander Schallenberg bergann und verkündete, dass sich der Ministerrat darauf geeinigt hat, die Hilfe für Flüchtlinge vor Ort in Griechenland auf zwei Millionen Euro zu erhöhen. “Wir helfen effizient und wir helfen vor Ort.” Der Innenminister werde heute vor Ort Hilfsgüter verteilen. Auch der Auslandskatastrophenfond werde deutlich auf gestockt, nämlich von 25 auf 50 Millionen Euro. Damit helfe man “verantwortungsvoll, konkret und ohne Populismus”. Laut Schallenberg sei die Reisewarnung aus Deutschland noch nicht offiziell ausgegeben worden, dazu werde es aber im Laufe des Nachmittags wohl kommen. Informationen über weitere Reisewarnungen für Österreich habe er aktuell keine. Anschober: Sorge über aktuelle Entwicklung Gesundheitsminister Rudolf Anschober gab anschließend einen Überblick über die aktuellen Corona-Zahlen. “Was mich mit großer Sorge erfüllt”: Man sei aktuell bei 32-35 Jahren bei den positiven Fällen, die dafür sorgt, dass es weniger Hospitalisierungen gibt. “Jetzt merken wir erstmals, dass auch wieder die Zahl der Hospitalisierungen steigt und das macht uns Sorgen.” Nun befinde man sich in einer Schlüsselsituation, “an einer Weggabelung, an der wir stehen”. Eine Prognose zeige, dass sich die Infektionszahlen auf dem aktuellen Niveau einpendeln können. Aber eine andere sehe mögliche Neuinfektionen pro Tag in der Höhe von 1.500 vorher. Nun müsse man alles tun, damit sich die zweite nicht bewahrheitet. Nur so habe man “gute Chancen”, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Denn: “Die aktuellen Zahlen sind deutlich zu hoch.” Bei Großveranstaltungen und bei Ansteckungen bei privaten Veranstaltungen “haben wir ein Problem”, so Anschober. Hier müsse es Obergrenzen geben. Zudem sei es nun essenziell, dass die Bereiche der Risikogruppe geschützt werden, “damit wir das Überspringen von jüngeren Infizierten zu Älteren, die gefährdet sind, verhindern”. “Mehr Risikobewusstsein” In einer Videokonferenz am Mittwochvormittag mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Vertreter der von Ampel-Orange betroffenen Regionen habe man über die derzeitige Situation beraten. Das Gespräch sei laut Anschober sehr gut und konstruktiv verlaufen. Anschober verteidigte die Corona-Ampel erneut, diese sei ein wichtiges Werkzeug. Entscheidend sei weiterhin das Einhalten der Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln und Maskenvorschriften. Es brauche jedoch “wieder mehr Risikobewusstsein”, man müsse Verantwortung für sich und andere übernehmen. Zudem müssen in orangen Regionen die Screening-Programme ausgeweitet werden.

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