Was sich für Auto- und Motorradfahrer ändert

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Was sich für Auto- und Motorradfahrer ändert

Neue Formel für Normverbrauchsabgabe von 1. Jänner 2021 bis 30. Juni 2021: Mit 1. Jänner kommt es für Neufahrzeuge zu einer Änderung der Berechnungsformel für die Normverbrauchsabgabe (NoVA). Bisher galt folgende Formel: Vom CO2-Ausstoß des Fahrzeugs wurde der Wert 115 abgezogen, das Ergebnis durch fünf dividiert. Das Ergebnis dieser Formel war der Steuersatz in Prozent.

Ab 1. Jänner 2021 wird der Wert 115 um 3 verringert, wodurch ab kommendem Jahr folgende Berechnungsformel angewendet wird:

  • (CO2-Ausstoß – 112) : 5 = Steuersatz in Prozent

Der Steuerbetrag ist jedenfalls um einen Abzugsposten von 350 Euro zu kürzen. Hat ein Fahrzeug einen höheren CO2-Ausstoß als 275 g/km, erhöht sich die Steuer für den, die Grenze von 275 g/km übersteigenden, CO2-Ausstoß um 40 Euro je Gramm CO2/km.

Diese Regelung wurde mit dem Steuerreformgesetz 2020 beschlossen und betrifft nicht die am 10. Dezember 2020 beschlossene NoVA-Änderung, die mit 1. Juli 2021 in Kraft tritt.

Normverbrauchsabgabe neu ab 1. Juli 2021: Bei Pkw kommt es zusätzlich zu weiteren Verschärfungen: Der Höchststeuersatz für die NoVA wird von 32 auf 50 Prozent angehoben.

Darüber hinaus sinkt der Malusgrenzwert auf 200 g/km. Fahrzeuge, die einen CO2-Ausstoß von mehr als 200 g/km haben, zahlen ab Mitte 2021 zusätzlich 50 Euro (bisher 40) pro Gramm an NoVA.

Für Fahrzeuge, für die vor dem 1. Juni 2021 ein Kaufvertrag abgeschlossen wurde, die Auslieferung aber erst zwischen 1. Juli und 30 November 2021 erfolgen kann, kommt noch die NoVA-Berechnung mit der Gültigkeit zwischen 1. Jänner und 30. Juli zur Anwendung.

Mit Stichtag 1. Juli 2021 unterliegen auch Fahrzeuge der Klasse N1 der leichten Nutzfahrzeuge der Normverbrauchsabgabe. Dabei kommt es zu folgender Berechnungsformel:

  • (CO2-Ausstoß – 165) : 5 = Steuersatz in Prozent

Hat ein Fahrzeug einen höheren CO2-Ausstoß als 253 g/km, erhöht sich die Steuer für den, den Malusgrenzwert übersteigenden, CO2-Ausstoß um 50 Euro (Malusbetrag) je Gramm pro Kilometer.

Der Höchststeuersatz für die Normverbrauchsabgabe wird bei Motorrädernmit 1. Juli 2021 von 20 auf 30 Prozent angehoben.

Neue Berechnung der motorbezogenen Versicherungssteuer: Auch für die Berechnung der motorbezogenen Versicherungssteuer wird eine neue Berechnungsformel angewendet. Ab 1. Jänner 2021 gilt die neue Berechnungsformel, bei der sowohl der Abzugsposten für die Leistung in kW und der CO2-Ausstoß vermindert werden:

  • (kW-64) x 0,72 + (CO2-Ausstoß-112)x0,72 = monatliche Steuer in Euro

Die monatliche Belastung von Neufahrzeugen wird demnach ab 1. Jänner 2021 höher ausfallen.

Senkung des CO2-Grenzwertes bei Privatnutzung von Dienstwägen: Ab 1. Jänner 2021 wird der CO2-Grenzwert, bis zu diesem der verminderte Sachbezugswert von 1,5 Prozent gilt, von 141 auf 138 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer reduziert. Der maximale Berechnungsbetrag beträgt in diesem Fall 720 Euro. Für Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 138 g/km gelten weiterhin 2 Prozent (maximal 960 Euro) als Berechnungsgrundlage.

Radar- und Laserblocker werden abgenommen: Das Mitführen von Radar- und Laserblockern oder deren Gerätekomponenten ist bereits verboten und wird mit einer Geldstrafe geahndet. Neu ist, dass zu der bereits verordneten Geldstrafe nun auch das Gerät selbst oder deren Komponenten eingezogen beziehungsweise für verfallen erklärt werden.

Strengere Strafen für Schnellfahren: Derzeit in Planung ist ein Paket mit strengeren Strafen für Raser: Der Strafrahmen für Delikte im Zusammenhang mit Rasen soll von 2180 auf 5.000 Euro erhöht werden.

  • Die Grenzwerte für den Führerscheinentzug sollen inner- und außerorts um je 10 km/h auf 30 bzw. 40 km/h gesenkt werden, mit Entzugsdauer von zwei Wochen. Tempoüberschreitungen von 10 km/h unter der jeweiligen Schwelle zum Führerscheinentzug sollen zu einem Vermerk im Vormerksystem führen.
  • Die Mindestentzugsdauer bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von mehr als 40 km/h im Ortsgebiet bzw. von mehr als 50 km/h im Freilandbereich soll von derzeit zwei Wochen auf wenigstens vier Wochen verdoppelt werden.
  • In besonders gefährlichen Fällen ist die Beschlagnahme des Fahrzeugs angedacht, zum Beispiel bei hohen Geschwindigkeitsüberschreitungen unter gefährlichen Verhältnissen, mehrfach wiederholtes gefährliches Rasen, Fahren nach Abnahme des Führerscheins wegen Rasens, Rasen ohne Führerschein.
  • Bei bereits zum wiederholten Mal auffälligen Rasern sind ebenfalls Verschärfungen geplant. Illegale Straßenrennen sollen zukünftig nach dem Vorbild Deutschland vor Gericht bestraft werden.EU-Symbol mit A auch auf roten Kennzeichentafeln: An Fahrrad-Heckträgern können eigene rote Kennzeichentafeln montiert werden. Das erspart das Umstecken der weißen Kennzeichentafel vom Fahrzeug auf den Radträger. Neu ist, dass das rote Kennzeichen nun auch das EU-Symbol am linken Rand aufweisen muss. Die Ausgabe der Kennzeichen erfolgt wie bisher in der Zulassungsstelle des Wohnbezirks.

    Digitaler Führerschein: Für Handysignatur- oder Bürgerkarten-Inhaber sollen ab Frühling 2021 Führerschein und Zulassungsschein als digitale Variantenam Smartphone verfügbar gemacht werden.

    Die Autobahnvignette wird teurer: Die Preiserhöhung der Vignette sowohl in der Digital- als auch in der apfelgrünen Klebevariante beläuft sich auf 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das bedeutet: Für die Jahresvignette für Pkw und alle zweispurigen Kfz bis 3,5 Tonnen werden 92,50 Euro aufgerufen. Für einspurige Kfz sind es 36,70 Euro.

    Pendlerpauschale für Radfahrer: Künftig haben auch all jene Anspruch auf die Pendlerpauschale, die den Arbeitsweg mit einem Dienstfahrrad zurücklegen.

    Sachbezugsbefreiung für Öffi-Tickets: Bis jetzt unterlagen Tickets von öffentlichen Verkehrsmitteln der Sachbezugsregelung. Ab 1. Juli 2021 fällt für Öffi-Tickets kein Sachbezug mehr im Rahmen der Einkommenssteuer an.

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In den letzten beiden Runden der Meistergruppe in der Fußball-Bundesliga steht der Kampf um den Europacup im Mittelpunkt. Dabei kann sich Rapid am Mittwoch mit einem Heimsieg im Schlager der 31. Runde gegen den LASK vorzeitig den Vizemeistertitel sichern. Mit einem Erfolg in Hartberg kann aber auch noch WAC eingreifen. Das dritte Duell lautet Meister Red Bull Salzburg gegen Sturm Graz. “Wir wollen wieder versuchen, einen Sieg einzufahren und hoffen, dass wir nach dem Spiel in der selben Situation sind wie vor dem Spiel, nämlich vor dem LASK”, sagte Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. Seine Truppe tritt mit einem Plus von zwei Punkten an. Mit dem vier Zähler entfernten WAC, der am Sonntag zum Abschluss Rapid empfängt, ist noch ein weiteres Team im Rennen um Rang zwei. “Spiele gegen den LASK sind immer eng, da entscheiden Kleinigkeiten”, ist sich Kühbauer, der zehn Ausfälle zu beklagen hat, bewusst. Beim LASK will man das bittere 0:1 gegen den WAC vergessen machen. Dabei nimmt man sich laut Coach Valerien Ismael vor, von der ersten Minute an mehr Präsenz zu zeigen, als zuletzt gegen den WAC. “Hier haben wir viele Punkte gefunden, bei denen wir ansetzen wollen. Es wird darum gehen, es mehr zu wollen als der Gegner. Dieser unbedingte Wille hat uns diese Saison schon oft ausgezeichnet. Es wird darum gehen, alles reinzuwerfen”, sagte der Franzose. Der LASK war diese Saison bisher eine Auswärtsmacht, hat von 15 Partien 13 gewonnen bei einer Niederlage und einem Remis. Rapid fehlt demgegenüber die gewohnte Heimstärke, was auch zuletzt beim 0:1 gegen Hartberg und dem historischen 2:7 gegen Salzburg deutlich wurde. Kurios ist, dass heuer am Ende Rang zwei ein bisschen undankbar sein kann, sollte man in der Champions-League-Qualifikation gleich scheitern. Befreit von den Sorgen um ein internationales Ticket will sich der WAC auf Platz drei und damit direkt in die Gruppenphase der Europa League spielen. WAC-Coach Ferdinand Feldhofer gab sich angesichts der jüngsten Leistungen zuversichtlich, zumindest die eigenen Aufgaben zu erledigen. “Zwei der vier Endspiele haben wir großartig bewältigt, wir sind alle so fokussiert”, meinte Feldhofer nach dem 2:0 über Sturm und dem 1:0-Erfolg beim LASK am vergangenen Sonntag. Dass man damit schon den Europacupplatz sicherstellte, sei “eine echte Befreiung” und “ein Riesenbonus”. Der ehemalige Sturm-Kicker sieht sein Team jedenfalls gerüstet: “Wir haben eine super Ausgangsposition, sind im Tunnel, im Flow. Und wir wissen, dass wir jeden schlagen können.” Hartberg winkt Platz fünf und damit das EL-Play-off, aktuell hat man vier Punkte Vorsprung auf Sturm Graz, könnte am Mittwoch also alles klar machen. “Wir sind in einer fantastischen Situation und haben es in der eigenen Hand. Das ist eine gewaltige Geschichte, und wir wollen alles rausblasen, was wir noch haben”, meinte -Coach Markus Schopp. Er wähnt sein Team bereit: “Wir haben bis auf die zweite Hälfte gegen Sturm (1:2) eine bombastische Meistergruppe gespielt”, war er trotz fünf Niederlagen überzeugt. Vier davon passierten zuhause. “Das beschäftigt uns schon, weil wir oft nicht die schlechtere, aber noch nicht die reifere Mannschaft waren.” Der Meistertitel ist Salzburg nicht mehr zu nehmen, am Mittwoch gastiert Sturm in Wals-Siezenheim. Die Steirer wollen aber nicht kommen, “um zu gratulieren”, wie Interimscoach Thomas Hösele betonte. Schließlich geht es für sein Team noch um die kleine Chance auf Platz fünf. “Wir wollen Akzente setzen”, meinte Hösele vor seinem zweiten Spiel als Cheftrainer der “Blackys”. Das erste ging mit einer bitteren 2:3-Niederlage gegen Rapid zu Ende. “Wir haben das Spiel analysiert und versucht, es relativ schnell abzuhaken”, erklärte Hösele, der u.a. um den angeschlagenen Kapitän Stefan Hierländer bangen muss. “Wir wissen, mit welcher Wucht und Intensität die Mannschaft auftritt. Die Frage wird sein, inwieweit wir bereit sind, die Lösungen zu finden”, betonte der 51-Jährige vor dem Duell gegen die Salzburger, bei denen er ein Jahr als U18-Trainer tätig war. “Wir wollen einfach noch zwei gute Leistungen abrufen und den Fans in den restlichen zwei Spielen guten Fußball und zwei Siege bieten”, kündigte Bullen-Trainer Jesse Marsch an. “Die Jungs haben nach wie vor eine super Mentalität, die haben sie immer gezeigt und werden sie auch noch zeigen.” Patson Daka will er zudem zum Torschützenkönig verhelfen. Derzeit liegt der 21-jährige Sambier mit 24 Treffern drei hinter WAC-Stürmer Shon Weissman. “Gibt es einen Elfer, wird er ihn schießen”, kündigte Marsch an, der neuerlich zu rotieren gedenkt. Kapitän Andreas Ulmer möchte auf keinen Fall als Verlierer zur anschließenden Übergabe des Meistertellers schreiten. 270 Zuschauer werden im Stadion weilen: Spielerfrauen und sämtliche Personen, die im Haushalt der Spieler leben sowie alle Vereinsmitarbeiter – alle werden vorher getestet, gab der Verein bekannt. Mehr als eine kleine Feier wird aber vor Entspannung in Sachen Corona nicht möglich sein.

Schlager Rapid gegen LASK im Kampf um Vizemeistertitel

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg erhält als erste den neuen “Preis für Menschlichkeit” der portugiesischen Gulbenkian-Stiftung. Die mit einer Million Euro dotierte Auszeichnung werde der 17-Jährigen für ihren Kampf gegen die Erderwärmung und die Umweltzerstörung verliehen, teilte die private Stiftung am Montag in Lissabon mit. Die Gründerin der Klimaschutzbewegung Fridays for Future sei unter 136 Nominierungen aus 46 Ländern für den dieses Jahr erstmals vergebenen Preis ausgewählt worden. Der Leiter der Preisjury, Jorge Sampaio, betonte, es habe eine große Mehrheit für die Vergabe des Preises an Thunberg gegeben. Sie habe es geschafft, gerade jüngere Menschen für die Sache des Klimaschutzes zu mobilisieren. Ihr hartnäckiger Kampf und ihre oft unbequemen Mahnungen machten sie zu einer herausragenden Persönlichkeit der Gegenwart. Thunberg bedankte sich über ihr Twitter-Konto für den Preis. “Das bedeutet eine Menge für mich, und ich hoffe, dass es mir hilft, mehr Gutes in der Welt zu tun”, sagte sie in einem Video. Zugleich versprach Thunberg, dass das gesamte Preisgeld so schnell wie möglich über ihre Stiftung Organisationen und Projekten gespendet werde, die sich für das Klima und die Umwelt einsetzten und diejenigen Menschen unterstützten, die von der Klima- und Umweltkrise am stärksten betroffen seien. Die ersten 100.000 Euro gehen demnach an die Kampagne SOS Amazonia,die unter der Ägide des brasilianischen Ablegers der Fridays-for-Future-Bewegung den Corona-Ausbruch im Amazonasgebiet bekämpfe. Dieselbe Summe gehe an die Stiftung Stop Ecocide, um diese bei ihrer Arbeit zu unterstützen, damit schwere Umweltzerstörung eines Tages als internationale Straftat angesehen werde.

Thunberg erhält ein Million Euro für "Preis für Menschlichkeit"

Der Klimaschutz-Index CCPI dreier NGOs hat 2020 erneut Schweden als Sieger und mit den USA auf dem letzten Platz auch das Schlusslicht des Vorjahres. Greta Thunbergs Heimat ist schon das dritte Mal infolge ganz vorne. Das bedeutet aber nicht den ersten Platz, denn die “Stockerlplätze” blieben wieder unbesetzt: kein Staat sei beim Klimaschutz vorbildlich genug. Österreich verbesserte sich von Platz 38 auf Platz 35, geht aus dem am Montag veröffentlichten Ranking hervor. “Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein”, hielt Umwelt- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) in einem Statement gegenüber der APA fest, die klimapolitische Aufholjagd werde gestartet, ein Rekordbudget für den Klimaschutz sei bereits sichergestellt “Wir besteuern umweltschädliche Spritfresser höher und fördern saubere E-Autos. Und wir haben das Gesetz für die Energiewende auf den Weg gebracht. Aber darauf werden wir uns nicht ausruhen. 2021 werden wir mit dem 1-2-3-Klimaticket starten. Wir werden die nächsten Schritte auf dem Weg zum ökologischen Steuersystem gehen”, so die Ministerin. Beim Verkehr gelte es Öffis zu stärken und der E-Mobilität zum Durchbruch verhelfen. Fehlende Taten Laut der Meinung von Global 2000 mangelt es noch an den Taten: Österreich gehört weiterhin zu den “low performern” und der Klima- und Energiesprecher der NGO, Johannes Wahlmüller ortet in der Klimapolitik nach wie vor großen Aufholbedarf: “Zwar finden sich im aktuellen Regierungsprogramm so viele Klimaschutzvorhaben wie noch nie, aber der Großteil davon ist noch nicht umgesetzt. Ein klarer Umsetzungsfahrplan und eine Vorziehung der öko-sozialen Steuerreform sind absolut notwendig. Nur so kann Österreich rasch zu den internationalen Leistungsträgern beim Klimaschutz aufschließen.” Die Gründe für die Position Österreichs sind die Folge mehrerer “Baustellen”, die WWF-Klima- und Energiesprecher Karl Schellmann auflistet, nämlich den “viel zu hohen Energieverbrauch über die autozentrierte Verkehrspolitik bis zum falsch ausgerichteten Steuersystem. Dazu kommt die starke Zersiedelung und der extreme Bodenverbrauch von im Schnitt 13 Hektar pro Tag”, nennt er einen bis dato wenig berücksichtigten Faktor. Von Greenpeace-Klimaexperten Adam Pawloff erhielt Österreichs Platzierung das Prädikat “beschämend”, jedoch blickt Pawloff bereits in die Zukunft, nämlich zum EU-Ratsgipfel, der diese Woche die Klimaziele der EU fixieren soll: “Da wird sich zeigen, ob die Bundesregierung ihren großen Worten endlich Taten folgen lässt. Österreich hat sich dazu verpflichtet, eine ambitionierte Klimapolitik in Europa voranzutreiben. Dazu zählt, sich für ein möglichst starkes Klimaziel einzusetzen. Für die EU heißt das, bis 2030 brauchen wir eine Reduktion von 65 Prozent CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen. Gleichzeitig müssen Schlupflöcher, die zu einer Abschwächung der Klimaschutzbemühungen führen würden, unbedingt geschlossen werden – hier ist die Position Österreichs derzeit schlicht unzureichend.” Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sei diesbezüglich “in der Pflicht”.   Ob der Gipfel den erhofften großen Fortschritt in der Klimapolitik bringt, war zuletzt noch offen: Noch unterstützen nicht alle 27 Staaten den Vorschlag der EU-Kommission, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 zu senken. Polen und andere mitteleuropäische Staaten, die stark auf Kohle angewiesen sind, haben Vorbehalte und fordern finanzielle Hilfe. “Desaströses Abschneiden” der USA Nachbar Deutschland hat im Klimaschutz-Index vier Plätze gutgemacht und liegt nun auf Platz 19 – aber noch hinter Staaten wie Indien, Chile und Marokko. Die Gesamtbewertung lautet weiter nur “mittelmäßig”, wie die Autoren des Klimaschutz-Index von Germanwatch, dem Climate Action Network (CAN) und des New Climate Institute am Montag mitteilten. “Desaströs” nannten die Organisationen das Abschneiden der USA: Zum Ende der Amtszeit von Präsident Donald Trump liegen sie zum zweiten Mal in Folge ganz am Ende der Liste von 57 Staaten und der EU – noch hinter Saudi-Arabien und dem Iran. Spitzenreiter bleibt demnach Schweden, gefolgt von Großbritannien, Dänemark, Marokko, Norwegen und Chile. Die Autoren sehen auch ermutigende Signale. So könnte der Höhepunkt bei den weltweiten Emissionen von Kohlendioxid erreicht sein, erklärten sie. Der Index betrachte noch die Emissionen vor Beginn der Corona-Pandemie, zeichne also kein verzerrtes Bild. Demnach stiegen die Emissionen insgesamt nur noch ganz leicht an, in mehr als der Hälfte der betrachteten Staaten sanken sie. EU verbessert sich Während vor allem die skandinavischen EU-Staaten, Aufsteiger Portugal und die EU selbst mit recht guten Noten in der Top-Region zu finden seien, gebe es mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Zypern auch Ausreißer nach unten. Jan Burck von Germanwatch, einer der Hauptautoren, forderte, die EU müsse ihren Wiederaufbau nach der Corona-Krise möglichst grün und nachhaltig ausrichten. In der Gesamtwertung konnte sich die EU um sechs Plätze auf Rang 16 verbessern, allerdings fast ausschließlich dank einer stark besser bewerteten Klimapolitik. “In der Platzierung stecken also ein paar Vorschuss-Lorbeeren”,sagte Burck. An diesem Samstag folgt dann eine Online-Konferenz der Vereinten Nationen und der britischen Regierung – anstatt des coronabedingt auf 2021 verschobenen UN-Weltklimagipfels. Die jährliche Konferenz hätte im November im schottischen Glasgow zusammenkommen sollen.

Österreich wurde besser aber nicht gut

Wiedergenesene Covid-19-Patienten werden dringend für die Spende von Blutplasma gesucht. Die darin enthaltenen Antikörper können an Erkrankte übertragen werden und so schwere Verläufe abmildern. Wir appellieren an alle, die die Krankheit durchgemacht haben: “Bitte spenden sie ihr Plasma”, sagte Thomas Szekeres, Präsident der Ärztekammer (ÖÄK) am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Es gibt derzeit keine gezielte Therapie gegen SARS-CoV-2, sagte Gerda Leitner, interimistische Leiterin der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der MedUni Wien. “Antikörper, die genau gegen dieses Virus gerichtet sind, sind aber vorhanden”, betonte sie. “Wir haben seit April mit Plasma von Rekonvaleszenten (Genesenen, Anm.) – mit den darin enthaltenen Antikörpern – eine wirklich hoffnungsvolle Therapieoption”, sagte ihr Mitarbeiter Dieter Schwartz. Diese Methode komme nicht nur bei Covid-19 zum Einsatz, sondern schon seit Jahrzehnten auch im Kampf gegen andere Erreger. Plasmaspenden haben laut Szkeres in Österreich schon Leben von Covid-19-Erkrankten gerettet – wie das eines Patienten in Graz, der keine Antikörper bilden konnte. “Eine Wunderheilung ist es natürlich nicht”, erläuterte Leitner. Im Wiener AKH sind laut Schwartz zwei Patienten trotz Plasmagabe gestorben, diese hatten jedoch zuvor schon irreversible Lungenschäden. Daher sei es wichtig, die Therapieoption so frühzeitig wie möglich anzuwenden. Eine Plasmaspende ist ungefährlich, schmerzlos und “im Prinzip wie eine Blutabnahme”, betonte Szekeres. Es handle sich um einen kurzen Prozess, der weniger als eine Stunde dauert, erläuterte auch Christof Jungbauer, der medizinische Leiter der Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und das Burgenland des Roten Kreuzes (ÖRK). Für eine Spende ist eine überstandene und durch einen Test nachgewiesene Covid-19-Erkrankung notwendig, erläuterte Jungbauer. Zudem wird der potenzielle Spender auf eine Eignung untersucht. Für die Gewinnung des sogenannten Rekonvaleszentenplasmas wird die Person an einen Zellseparator angeschlossen, der über die Armvene Blut entnimmt. Das Plasma mit den darin enthaltenen Antikörpern wird in Beuteln gesammelt und ist tiefgefroren bis zu drei Jahre haltbar. Die restlichen Blutbestandteile werden wieder in den Körper des Spenders zurückgeleitet und der Betroffene behält genügend Antikörper, um weiterhin geschützt zu sein. Mittlerweile konnte 35 Schwerkranken mit Plasmaspenden geholfen werden, berichtete Jungbauer. “Mehrere hundert Menschen haben bisher ihr Rekonvaleszentenplasma gespendet”, sagte er. Gesucht werden vor allem jene Personen, die hoch fieberhaft an Covid-19 erkrankt waren, da diese besonders viele Antikörper haben. Jungbauer richtete seinen Appell besonders an genesene Männer, da Frauen bei einer Schwangerschaft zusätzliche Antikörper bilden können, die in bestimmten Fällen für Empfänger von Plasma unverträglich sind. Darauf müssen Spenderinnen mit zusätzlichem Aufwand getestet werden, was bei Männern wegfällt. Genesene, die ihr Plasma spenden wollen, können sich telefonisch beim Roten Kreuz oder bei den medizinischen Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und Salzburg, sowie bei Plasmapherese-Instituten melden. Zu den Plasmaspenden wird seit Montag auch in TV-Spots aufgerufen. Genesene sollten zudem von den Behörden angeschrieben und um eine Spenden gebeten werden, forderte die Ärztekammer. Zumindest in Wien passiere das bereits, erläuterte ÖÄK-Präsident Szekeres. Auch die behandelnden Ärzte sollten Covid-19-Patienten über die Möglichkeit einer Plasmaspende informieren. (S E R V I C E – Anmeldung und Information unter: Blutspendedienst des Roten Kreuzes, 0800-190190; Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin der MedUni Wien, 01-40400-53030)

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Das aufgrund der Corona-Pandemie verschobene große Fan-Festival von Schlagerstar Andreas Gabalier auf dem Messegelände in München soll nun am 31. Juli 2021 über die Bühne gehen. Das teilten die Veranstalter mit. Das ursprünglich für 15. August angesetzte Event um den österreichischen Sänger hätte rund 100.000 Gäste angezogen. Am Grundkonzept, das einen Vergnügungspark, einen Biergarten, eine Fanmeile und ein spezielles Kinderprogramm vorsieht, um dann in einem Konzert auf einer eigens für das Event entworfenen 120-Meter-Bühne zu gipfeln, habe sich nichts geändert. Bereits gekaufte Tickets für die Veranstaltung in der Bayrischen Landeshauptstadt behalten ihre Gültigkeit, hieß es.

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