"Welterschöpfungstag" wegen Pandemie 2020 erstmals später

Merken
"Welterschöpfungstag" wegen Pandemie 2020 erstmals später

Im Jahr 2020 wird der “Welterschöpfungstag” erstmals seit 50 Jahren an einem späteren Tag im Jahr ausgerufen. Wegen der Corona-Pandemie wird es heuer der 22. August werden. Das bedeutet, dass die Menschheit ab kommenden Samstag bis zum Jahresende von den schwindenden “Reserven” unseres Planeten leben wird, da unser ökologischer Fußabdruck die Biokapazität der Erde erneut erschöpft hat.

Ein Verbund der Plattform Footprint sowie dem WWF, Global 2000 und Greenpeace warnen zum “Earth Overshoot Day” vor ungebremster Ausbeutung des Planeten und fordern zukunftsgerechte Krisenpolitik, auch trotz der Verschiebung: “Grund zur Freude ist das trotzdem keiner. Denn von einer langfristigen Erholung des Planeten kann keine Rede sein”, warnte Michael Schwingshackl von der Plattform Footprint gemeinsam mit den weiteren NGOs. “Die Welt verbraucht im Jahr 2020 die Ressourcen von mehr als 1,5 Erden. Nach österreichischer Lebensweise sind es sogar etwa 3,5” – daher fordert man von der Regierung die “längst bekannte Methoden zur Schonung von Ressourcen” umzusetzen.

“Wir müssen uns auf allen Ebenen klimafit und naturverträglich aufstellen, damit wir als Gesellschaft langfristig krisensicher sind”, sagt WWF-Österreich-Expertin Olivia Herzog. Eine umfassende ökosoziale Steuerreform lautet eine der Forderungen von Greenpeace. Diese soll mehr Gerechtigkeit bringen und “auch eine Finanzierungsmöglichkeit für die in der Coronakrise getätigten Ausgaben” darstellen, so Jasmin Duregger, Klimaexpertin der NGO.

Nachhaltig, kleinräumig und solidarisch – diese drei Hauptattribute hätte die Wirtschaft der Zukunft, ginge es nach Global 2000: “Die durch das Corona-Virus schlagartig ausgelöste Krise zeigt die Gefahr des ‘Change by Disaster'”, sagte Agnes Zauner, Geschäftsführerin von Global 2000. Man habe aber in vielen Bereichen das Wissen einen derartigen Wandel zu vermeiden und “ein ‘Change by Design’ jetzt gezielt und auf Basis der langjährigen wissenschaftlichen Erkenntnis einzuleiten – ein Systemwandel weg von einer umweltzerstörerischen, nicht nachhaltigen Ausbeutung der Erde durch unsere imperiale Lebensweise”.

“Alles was wir ab dem Welterschöpfungstag verbrauchen, geht auf die Kosten der nächsten Generationen und schädigt die natürlichen Systeme der Erde”, warnte Wolfgang Pekny von der Plattform Footprint und Mitinitiator des Lebensmanifests des Club of Rome. Eine Rückkehr nach Covid-19 zur alten Normalität sei jedenfalls keine Option.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Das Corona Virus hat auch uns erreicht. Gunskirchen, Thalheim, Wels. Und beinahe täglich kommen neue Fälle dazu. Die Konsequenz: Veranstaltungen und Messen wurden abgesagt, Sportevents werden ohne Zuschauer ausgetragen, und die Wirtschaft klagt über Einbrüche.

Gesponsert
Merken

WT1-Talk - Corona-Virus

zum Beitrag

Österreich wird Mitte Juni nicht nur zu einigen seiner Nachbarländer abgestimmt die Grenze öffnen. Ab 15. Juni soll auch bei der Rückreise aus anderen Ländern, mit denen entsprechende Vereinbarungen getroffen wurden, eine Rückreise ohne 14-tägige Quarantäne möglich sein, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag in einer Pressekonferenz. Mit Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz gibt es bereits Vereinbarungen. Hier soll es eine vollständige Grenzöffnung ohne Kontrollen ab Mitte Juni geben. Man sei in guten Gesprächen mit den Nachbarstaaten, sagte Kurz. Mit fast allen gebe es bereits akkordierte Lösungen. Er betonte, dass die Situation in Italien am schwierigsten sei. Man sei aber bestrebt, zeitnah Lösungen zu finden. “Details werden wir nicht vor Mittwoch bekanntgeben können”, sagte Kurz.

Auch Quarantänepflicht bei Einreise fällt ab 15. Juni

Im Vorfeld des Nationalfeiertags hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml Österreicher vor Shoppingtouren in Bayerngewarnt. Es gebe keine Quarantäne-Ausnahmen zum Zweck des Einkaufens, betonte Huml am Sonntagabend. “Auch wenn wir unsere österreichischen Nachbarn unter normalen Umständen gerne bei uns haben – ein grenzüberschreitender Reiseverkehr nur für den Einkaufsbummel ist bei der derzeitigen Corona-Infektionslage keine gute Idee und daneben nicht erlaubt!” Quarantänepflicht gilt für jeden Die täglich steigenden Infektions-Zahlen seien besorgniserregend, erklärte Huml weiter. “Kontakte jeglicher Art sind so weit irgend möglich zu vermeiden – im Inland wie auch grenzüberschreitend.” Die Ministerin erläuterte: “Die Quarantänepflicht gilt für jeden, der aus einem ausländischen Risikogebiet nach Bayern einreist. Ein Einkauf, und sei er noch so kurz, bildet keine Ausnahme. Lediglich ein negativer Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, kann von der Quarantänepflicht befreien.” Wegen der auch hierzulande steigenden Infektionszahlen hatte Deutschland am Donnerstag bekanntgegeben, seine Reisewarnungen für Österreichauszuweiten. Die deutsche Regierung stufte mit Ausnahme Kärntens mittlerweile alle österreichischen Bundesländer als Risikogebiet ein. Die Reisewarnung für die acht Bundesländer gilt seit Samstag.

Bayern warnt Österreicher vor Feiertags-Shopping

Statement zur Corona-Krise.

Drei Tage nach der ersten Warnung aus Island haben am 8. März die Dänen Covid-Verdachtsfälle über das Frühwarn- und Reaktionssystem EWRS an Österreich gemeldet. Als Hotspot wurde die Ischgler Bar “Kitzloch” vermutet. Das berichtet “Der Standard” in seiner Online-Ausgabe. Das Land Tirol bestätigte die Recherchen in einer Aussendung am Donnerstag nur zum Teil. “Der Standard” bezieht sich in seinem Bericht auf den Blogger Kurt Krickler,der über das dänische Informationsfreiheitsgesetz Einblick über den Mailverkehr zwischen Dänemark und Österreich sowie Innsbruck und Wien bekam. Laut Mailverkehr bestätigte die Tiroler Landes-Sanitätsdirektion der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gegenüber, dass elf der Kitzloch-Mitarbeiter angegeben hatten, zum Teil bereits seit Februar unter grippeähnliche Symptome gelitten zu haben.

Zahlreiche EU-Warnungen zu Covid-Hotspot Ischgl

Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat Landeverbote für Luftfahrzeuge aus dem gesamten Westbalkan und weiteren Risikogebieten veranlasst. Sie treten am Donnerstag um 18 Uhr in Kraft. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie setzt Österreich in noch stärkerem Ausmaß auf Landeverbote für Luftfahrzeuge aus sogenannten “SARS-CoV-2 Risikogebieten”. Durften bisher Flugzeuge aus acht Staaten und einer Region Italiens nicht in Österreich landen, umfasst die Liste laut einer neuen Verordnung von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ab Donnerstag nun 18 Staaten. Ausgenommen sind Flüge im Interesse der Republik, also etwa jene für Pflegekräfte oder Erntehelfer. Gute Nachrichten gibt es lediglich für dieitalienische Lombardei, die Anschober von der Risikoliste gestrichen hat und aus der ab dem 16. Juli wieder Flugzeuge direkt nach Österreich fliegen dürfen. Als Paukenschlag darf hingegen die massive Ausweitung des Verbots auf zehn weitere Staaten gelten: Ab Donnerstag dürfen Flugzeuge aus allen Ländern des Westbalkan, aus Bulgarien, Rumänien, der Republik Moldau sowie Ägypten nicht mehr in Österreich landen. Deutliche Auswirkungen sind ab diesem Zeitpunkt auf das reduzierte Streckennetz der Austrian Airlines zu erwarten: Aktuelle Verbindungen aus Belgrad, Bukarest, Kairo, Podgorica, Sarajevo, Sibiu, Skopje, Sofia, Tirana und Varna nach Wien-Schwechat müssen zumindest bis Ende Juli gestrichen werden. China und Co. bleiben auf der Liste Für die schon bisher vom Landeverbot betroffenen Staaten wird sich einstweilen nichts verändern: Flüge aus Weißrussland, China, Großbritannien, dem Iran, Portugal, Russland, Schweden und der Ukraine nach Österreich sind weiterhin untersagt. Landungen aus allen gelisteten Staaten bleiben in einigen Ausnahmekategorien möglich. Darunter fallen Flüge im Interesse der Republik, aber auch Landungen von Flugzeugen, die Frachten, Kranke, zu repatriierende Österreicher, Pflegepersonal oder Erntehelfer ins Land bringen.

Flugzeuge aus 18 Risikogebieten dürfen nicht mehr in Österreich landen