Wie die Artenvielfalt in Österreich unter die Räder kommt

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Wie die Artenvielfalt in Österreich unter die Räder kommt

Die Liste ist schwindelerregend lang. Vermerkt sind darauf unter anderem 57 Prozent aller Wirbeltierarten, 33 Prozent aller Farn- und Blütenpflanzen, 52 Prozent aller Tagfalter, 55 Prozent aller Libellenarten, fast 60 Prozent aller Biotoptypen. Sie alle sind in Österreich als gefährdet eingestuft – oder zum Teil über die vergangenen Jahre bereits ausgestorben. Derartige Zahlen sind nicht neu, doch eine Besserung der Situation zeichnet sich nicht ab, wie die Fachleute des österreichischen Biodiversitätsrats konstatieren.

Das unabhängige Gremium aus 21 Expertenunterschiedlicher Fachrichtungen hat eine Bewertung der österreichischen Politik in Hinblick auf den Artenschutz vorgenommen. Das Ergebnis ist ernüchternd. „Bei Themen wie dem Flächenverbrauch oder der Industrialisierung der Landwirtschaft kann von einer Trendumkehr keine Rede sein“, sagt Christian Sturmbauer, Zoologe an der Universität Graz und im Leitungsteam des Biodiversitätsrats. So würden immer noch täglich 13 Hektar Fläche versiegelt, obwohl es laut Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes und der Länder bis 2025 nur noch 2,5 Hektar sein sollten. „Eine national koordinierte Raumplanung ist nicht in Sicht“, kritisiert Sturmbauer.

Wenig grün, viel rot

Anhand von 18 Punkten, die aus Sicht des Rates zum Schutz der Artenvielfalt gefordert wären, haben die Fachleute den Stand der politischen Umsetzung im Ampelsystem bewertet. Fazit: Nur in einem einzigen Punkt – der Schaffung eines eigenständigen, starken Umweltministeriums – leuchtet die Ampel grün. Fünf Punkte sind mit gelb („verbesserungsbedürftig“), die restlichen zwölf mit rot („schlecht“) bewertet. Beispiele: Nach wie vor fehlen ein bundesweites Rahmengesetz zum Naturschutz, eine nationale Biodiversitätsstrategie für das Jahr 2030 oder ein Umsteuern in der Agrarpolitik hin zu einer naturverträglicheren Landnutzung.

Positiv heben die Experten hervor, dass der Artenschutz im türkis-grünen Regierungsprogramm breiteren Raum einnimmt. Ein Biodiversitätsfonds wurde eingerichtet und mit fünf Millionen Euro dotiert. Nötig sei allerdings eine Milliarde.

“Biodiversitäts-Notfall”

Das Möglichkeitsfenster zum Start einer effektiven Artenschutzpolitik sei noch offen, heißt es im Bericht. Den Nationalrat fordern die Experten auf, den Biodiversitäts-Notfall zu erklären und die Bekämpfung des Artenschwunds zur höchsten Priorität zu erklären.

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