Wildererbande tötet mehr als hundert Tiere - auch geschützte

Merken
Wildererbande tötet mehr als hundert Tiere - auch geschützte

Eine siebenköpfige Wildererbande aus Oberösterreich soll mehr als 100 wild lebende Tiere – jagdbares Wild ebenso wie geschützte Arten – getötet haben. Bei Hausdurchsuchungen wurden Unmengen von eingefrorenem Fleisch und Trophäen, aber auch 78 Schusswaffen, mehrere tausend Schuss Munition und 31 Schalldämpfersichergestellt. Der finanzielle Schaden liegt laut Polizei in fünfstelliger Höhe.

Die Männer sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung in den Bezirken Gmunden, Linz-Land, Grieskirchen, Salzburg-Umgebung und Zwettl in Niederösterreich ihr Unwesen getrieben haben. Um Schonzeiten oder Schutzbestimmungen kümmerten sie sich nicht. Teilweise waren sie mit Nachtsichtgeräten, Wärmebildkameras und Schalldämpfern unterwegs. Häufig wurde aus fahrenden Autos heraus geschossen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürften neben mindestens 26 Rehen auch Fisch- und Seidenreiher, Biber, Füchse, Bussarde, Gänsesäger, Feldhasen, Fasane, Mauswiesel, Bisamratten, Krähen, Tauben, Dohlen, Eichelhäher, Sperber, Grün- und Schwarzspechte, Haussperlinge, Amseln, Eichkätzchen und Bachforellen der Bande zum Opfer gefallen sein. Das Wildbret wurde für den eigenen Bedarf geteilt, Trophäen wurden ausgekocht.

Hinweis aus der Bevölkerung

Auf die Spur der Bande war die Polizei nach einem Hinweis aus der Bevölkerung im April gekommen. Seither ermittelte die Inspektion Bad Ischl. Im Fokus standen zunächst drei Männer im Alter von 19, 26 und 27 Jahren, alle aus dem Bezirk Gmunden. Im Lauf der Ermittlungen stießen die Beamten auch auf einen 52-Jährigen und einen 45-Jährigen, ebenfalls aus dem Bezirk Gmunden, und zwei 27-Jährige aus dem Bezirk Linz-Land. Letztere sollen mehrere geschützte Biber erlegt haben.

Anfang Juni wurde einer der Männer mit einer Jagdwaffe, Munition und Jagdausrüstung in seinem Auto erwischt und festgenommen. Hausdurchsuchungen bei ihm und weiteren Verdächtigen förderten etliche Schusswaffen, Munition, Schalldämpfer, Jagdausrüstung, diverse Jagdtrophäen und eingefrorene Wildtiere zutage. Zudem fanden die Beamten ein umfangreiches Equipment zur Eigenproduktion von Munition. Gegen die sieben Beteiligten wurden vorläufige Waffenverbote ausgesprochen und mittlerweile auch alle behördlich bestätigt.

Teilen auf:
Kommentare:

Es sind noch keine Kommentare abgegeben worden.

Schreibe einen Kommentar

Auch Interessant

Aufgepasst! Am Sonntag (29.9) sind Führungen in allen Welser Stadtmuseen von 10:00 – 16:00 GRATIS!

Tag des Denkmals

65 Prozent der Österreicher befürworten ein höheres Arbeitslosengeld während der Coronakrise, wobei sich 33 Prozent der Befragten dezidiert und 32 Prozent eher für eine Erhöhung aussprechen. 17 Prozent der Befragten sind laut der von Unique research für die neue Ausgabe des Nachrichtenmagazins “profil” durchgeführten Umfrage eher gegen eine Erhöhung; 11 Prozent lehnen eine solche strikt ab.

Österreicher sind für höheres Arbeitslosengeld in der Coronakrise

Die Schneekanonen nicht weit vom Feuerwehrhaus schießen aus allen Rohren, und vor dem Gebäude steht an diesem Dienstagvormittag eine kleine Menschenschlange in der eisigen Kälte: Annaberg im Salzburger Tennengau ist Österreichs erster Schauplatz eines Corona-Massentests. Und der lockt gleich zum Auftakt bei Tagesanbruch nicht nur Einheimische hinter dem Ofen hervor, sondern auch massenweise Journalisten und Fernsehteams zur einzigen Foto- und Filmmöglichkeit im Feuerwehrhaus. Selbst aus dem Ausland sind Reporter angereist, wobei sich vor allem Interesse aus Deutschland feststellen lässt, wie Teams der deutschen Fernsehsender RTL oder NTV zeigen. Die Wartenden, Frauen wie Männer, Jung wie Alt, verschwinden zuerst kurz in einem roten Vorzelt, in dem mit Unterstützung eines Feuerwehrmannes Daten aufgenommen werden: die Nummer der E-Card etwa oder die Telefonnummer. Drei Testlinien In der nächsten Station, einem überdachten Vorgebäude, wird dann die Identität überprüft. In größeren Ortschaften wäre dafür ein Lichtbildausweis notwendig, in Annaberg fällt das fast bei jedem weg: Man kennt sich in einer Gemeinde mit rund 2.300 Einwohnern. Dann erhalten die Teilnehmer noch eine laufende Nummer und schon geht es ab in die Teststraße, die in der Feuerwehr-Fahrzeughalle mit drei Testlinien errichtet worden ist. Zwei Feuerwehrleute regeln den Zugang und zwei Helfer übernehmen Registrierung und Erstellen des Testverzeichnisses. Drei Rot-Kreuz-Helfer nehmen die Antigen-Schnelltests ab, drei weitere werten diese dann gleich aus. Und dann gibt es noch zwei Assistenten und zwei Kontakt-Tracer, die positiv getestete Probanden später informieren und mit ihnen einen Termin für den PCR-Test heute ab 19.00 Uhr vereinbaren. Bürgermeister vor Ort Bürgermeister Martin Promok (SPÖ) steht selbst den ganzen Vormittag beim Feuerwehrhaus, begrüßt die Menschen in der Warteschlange, spricht mit ihnen und bedankt sich für die Teilnahme am Massen-Screening. “Mit der Beteiligung bisher bin ich sehr zufrieden”, meinte er kurz zur APA. Franz Wieser, der Sprecher des Landes, kann bereits mit einer ersten Zahl aufwarten: “In der ersten halbe Stunde sind schon rund 70 Personen beim Test gewesen. Wir hoffen, dass es heute schon noch gut 500 werden.” In Summe erwarten sich die Organisatoren eine Beteiligung von 50 Prozent der 2.200 zum Test gebetenen Gemeindebürger. “Der Test ist sehr schnell über die Bühne gegangen, es ist nichts dabei und man braucht sich nicht davor fürchten”, berichtet eine 45-Jährige der APA nach Verlassen des Feuerwehrhauses. Und ihr 15-jähriger Sohn ergänzt: “Ich finde es auch sehr sinnvoll, wenn man weitere Menschen mit dem Virus so herausfiltern kann.” Antworten, die bei allen Befragten ähnlich ausfallen. Ein Pensionist vergleicht den Ablauf des Tests mit einer Wahl, “anders ist nur, dass man getestet wird. Und es hat leicht gekitzelt.” In dem regen Treiben vor dem Feuerwehrhaus bleibt an diesem Dienstagvormittag nur einer mehr oder weniger “arbeitslos”: ein im Wartebereich aufgestellter Spender mit Desinfektionsmittel für die Hände. Denn bei fünf Grad unter Null kommt fast jeder mit Handschuhen hier angestapft.

Ansturm auf ersten Corona-Massentest in Österreich

Eine im Postbus-Fahrdienst beschäftigte Person in Oberösterreich ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das meldete der Krisenstab Samstagabend. Fahrgästen, die am Dienstag, 2. Juni, und am Mittwoch, 3. Juni, mit einer der Postbus-Verbindungen im Raum Linz-Enns-Steyr laut einer vom Krisenstab veröffentlichten Auflistung gefahren sind, wird auf freiwilliger Basis ein Covid-Test angeboten. Betroffene können sich dafür an die Gesundheitshotline 1450, an die Bezirkshauptmannschaft oder den Magistrat ihres Wohnsitzes melden.

Öffi-Mitarbeiter in Oberösterreich positiv getestet