Wildererprozess in Wels erneut vertagt

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Wildererprozess in Wels erneut vertagt

Im Landesgericht Wels ist am Mittwoch der Prozess gegen eine mutmaßliche Wilderer- und Tierquälerbande nach kurzer Verhandlungsdauer erneut vertagt worden. Er soll am 27. Oktober fortgesetzt werden. Fünf der acht Angeklagten waren im Juli bereits rechtskräftig verurteilt worden, bei den drei übrigen steht das Urteil noch aus. Grund für die Vertagung war u.a., dass sich ein wichtiger Zeuge entschuldigt hatte.

Die Gruppe soll 2017 bis 2020 Dutzende Wildtiere getötet haben. Die Beschuldigten sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung in den
Bezirken Gmunden, Linz-Land, Grieskirchen, Salzburg-Umgebung und Zwettl in Niederösterreich ihr Unwesen getrieben haben. Um
Schonzeiten oder Schutzbestimmungen kümmerten sie sich laut Ermittlern nicht. Teilweise waren sie mit Nachtsichtgeräten und
Wärmebildkameras unterwegs. Häufig wurde aus fahrenden Autos heraus geschossen. Bei Hausdurchsuchungen waren Unmengen von Fleisch und
Trophäen, aber auch ein großes Waffenarsenal samt Schalldämpfern sichergestellt worden.

Laut Strafantrag seien Rehe, Füchse, Dachse, Wildschweine, Biber, Eichhörnchen, Vögel diverser Spezies – Amseln oder Spatzen ebenso
wie Fasane, Gänsesäger, Reiher oder Eichelhäher – sowie Forellen und sogar Frösche gefangen bzw. getötet worden, manches wanderte in den
Kochtopf, anderes zum Präparieren oder in die Herstellung von Biberfett-Salbe. 37 Fakten wertet die Staatsanwaltschaft als schweren Eingriff ins Jagdrecht, 35 weitere als Tierquälerei. Hinzu kommen Vergehen gegen das Waffenrecht, bei zweien Urkundenunterdrückung – sie sollen Jagdkarten gefälscht haben – und bei einigen Hehlerei sowie bei einem pornografische Darstellung Minderjähriger.

Fünf Angeklagte wurden bereits im Juli verurteilt – es setzte Geldstrafen von 360, 720 bzw. 4.400 Euro teilbedingt und zweimal sechs Monate bedingt. Das Verfahren gegen einen Angeklagten wurde herausgelöst, das gegen die zwei übrigen am Mittwoch mit kurzen,
wenig erhellenden Zeugenaussagen fortgesetzt. Beide Prozesse sollen am 27. Oktober fortgesetzt – und vermutlich abgeschlossen – werden.

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