"Wings for Life"-Run geht heuer nur virtuell in Szene

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"Wings for Life"-Run geht heuer nur virtuell in Szene

Der “Wings for Life”-World-Run ist heuer aufgrund der Coronakrise abgesagt, virtuell wird am Sonntag dennoch für die Rückenmarksforschung gelaufen. Um 11.00 Uhr Weltzeit (13.00 Uhr MEZ) wird das Rennen via der Wings For Life World Run App gestartet. Die Teilnehmer können jeder für sich ihre Kilometer abspulen, bis sie vom Catcher-Car, das eine halbe Stunde später ins Rennen geht, eingeholt werden.

“Jeder für sich allein (mit Social Distancing) und doch gemeinsam”, beschrieb der Veranstalter auf der Homepage das diesjährige Motto des Events. Man hoffe, dass Menschen aus vielen Ländern dabei sein können. Hingewiesen wurde darauf, sich zu informieren, welche Regeln am jeweiligen Ort einzuhalten sind.

Der “Wings for Life” wäre heuer zum siebenten Mal über die Bühne gegangen. Im Vorjahr nahmen laut Veranstalter weltweit 120.000 Menschen auf sechs Kontinenten teil.

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Social Distancing und die Schließung von Bildungseinrichtungen sind die wirksamsten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Doch das alleine wäre nicht genug – notwendig sei ein “cleverer Maßnahmenmix” zu einem möglichst frühen Zeitpunkt, zeigt eine Analyse von mehr als 4.500 staatlichen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus durch Forscher des Complexity Science Hub Vienna (CSH). Die Wissenschafter des CSH sammelten die staatlichen Maßnahmen, die weltweit zwischen Jänner und Mai 2020 ergriffen wurden, um die Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 einzudämmen. Ihre auch von der WHO verwendete Datenbank “COVID-19 Control Strategies List” (CCCSL) umfasst mehr als 4.500 Einzelmaßnahmen in 76 verschiedenen Regionen weltweit. Nun haben sie mit internationalen Kollegen den Beitrag jeder Maßnahme zur Reduktion der Reproduktionszahl “R(t)” quantifiziert und die Ergebnisse – noch ohne Beurteilung durch Fachexperten – als Preprint veröffentlicht. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen von einer erkrankten Person im Durchschnitt infiziert werden. Um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen, muss R(t) unter eins liegen. Die Analyse zeigt, dass es “keine Patentlösung gibt und keine einzelne Maßnahme alleine R(t) unter eins senken kann. Notwendig ist vielmehr eine Kombination von Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen”, schreiben die Forscher in ihrer Arbeit. Betrachtet man die einzelnen Maßnahmen alleine, “funktioniert Social distancing eindeutig am besten”, erklärte Studienleiter Peter Klimek vom CSH und der Medizinischen Universität Wien in einer Aussendung des CSH. Konkret haben die Wissenschafter die Schließung von Bildungseinrichtungen als die bei weitem wirksamste Maßnahme identifiziert. Der Grund für die hohe Wirksamkeit sieht der Erstautor der Studie, Nils Haug, ebenfalls vom CSH und der Med-Uni Wien u.a. auch darin, dass dadurch nicht nur Kinder und Jugendliche zu Hause bleiben müssen, sondern auch viele Eltern, wie er gegenüber der APA erklärte. Ebenfalls hoch wirksam ist das Verbieten kleiner Zusammenkünfte, wozu die Forscher u.a. die Schließung von Geschäften und Restaurants oder die Einführung von Homeoffice rechnen. Weiters zählen sie eine bessere Verfügbarkeit von Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz, Grenzschließungen, eine aktive Risikokommunikation, etwa durch die Förderung von Sicherheitsprotokollen in Firmen oder bei Veranstaltungen, die Stärkung der Gesundheitssysteme im Umgang mit der Pandemie, etwa durch eine gezielte Aufklärung über COVID-19, die Bereitstellung von Schutzausrüstung für Beschäftigte im Gesundheitswesen und die Trennung von Patienten mit und ohne COVID-19 in Krankenhäusern zu den wirkungsvollsten Maßnahmen. “Allerdings ist keine Maßnahme allein wirksam genug, um R(t) unter eins zu senken”, betonte Haug. Als Beispiel nennt er die Schließung von Kindergärten, Schulen und Universitäten. Dies ist der Studie zufolge die wirksamste Maßnahme, reduziert die Reproduktionszahl aber um maximal 0,34. Geht man davon aus, dass R(t) ohne Maßnahmen bei etwa drei liegt, würde durch die Schließung von Bildungseinrichtungen also jede infizierte Person durchschnittlich nur noch 2,7 statt 3 Menschen infizieren – die Krankheit würde sich aber dennoch rasch ausbreiten. Um diese Ausbreitung tatsächlich einzudämmen brauche es vielmehr einen “cleveren Maßnahmenmix – und zwar je früher, desto besser”, betonen die Wissenschafter. “Timing ist tatsächlich die halbe Miete”, so Haug. So sei etwa das früh beworbene freiwillige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes deutlich wirksamer als ein erst zu einem späteren Zeitpunkt verordnetes verpflichtendes Maskentragen. Die Forscher sehen hier ein Muster: “Frühe und freiwillige Interventionen sind wirksamer als solche, die spät und verpflichtend eingeführt werden”, betonte Haug. Das galt auch für die (Selbst-)Isolierung von Personen mit Symptomen oder für Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Deshalb sehen die Wissenschafter eine aktive Risikokommunikation mit der Öffentlichkeit und die Aufklärung und Information aller relevanten Interessengruppen als Schlüssel zur Eindämmung der Epidemie. Auch Lockdowns zeigten sich in der Analyse als sehr wirksam, wenn sie frühzeitig verhängt wurden. “Die gute Nachricht unserer Studie ist: Es braucht nicht unbedingt derart weitreichende Maßnahmen, um die Kurve abzuflachen. Mit der richtigen Kombination weniger starker Eingriffe kann die Reproduktionszahl ebenfalls erheblich reduziert werden”, betonte Klimek. In ihrer Studie hat das Forscherteam vier verschiedene Methoden für die Datenanalyse verwendet, die “zu bemerkenswert ähnlichen Schlussfolgerungen” gekommen sind. Das stimmt Klimek zuversichtlich, “dass unser Ranking sehr aussagekräftig ist und Entscheidungsträgern bei der Bekämpfung der derzeit beginnenden zweiten Welle der Pandemie eine große Hilfe sein kann.”

Welche Maßnahmen gegen das Coronavirus wirken

Österreich gehört laut den Intensivmedizinern zu jenen Ländern, die sich in der bisherigen Bewältigung der Corona-Pandemie besonders gut geschlagen haben. Doch jetzt sollte sich das Land – speziell die Verantwortungsträger – auf mögliche kritische Entwicklungen ab kommenden Herbst vorbereiten, fordert die Österreichische Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI). “Österreich hat durch große gemeinsame Anstrengungen die Corona-Pandemie bisher auch im internationalen Vergleich hervorragend bewältigt. Uns allen muss aber auch bewusst sein, dass die globale Entwicklung mit aktuell rund 13 Millionen bestätigen SARS-CoV-2-Infektionen besorgniserregend bleibt”, erklärte ÖGARI-Präsident Klaus Markstaller (MedUni Wien/AKH Wien). “Als intensivmedizinische Fachgesellschaft sehen wir alle Verantwortlichen in der Politik und im Gesundheitssystem gefordert, in ihren jeweiligen Aufgabenfeldern und Verantwortungsbereichen für eine angemessene und ausreichende Vorbereitung für die weitere Entwicklung der pandemischen Situation Sorge zu tragen. Was wir jetzt brauchen sind keine Spekulationen, sondern professionell-sachliche, seriöse Vorbereitungen für mögliche kritischere Konstellationen im kommenden Herbst und Winter”, fügte der Experte in einer Aussendung hinzu. Es sei notwendig, Vorsorge für ein erhöhtes Aufkommen an SARS-CoV-2-Infektionen zu treffen, auch in Kombination mit anderen Infektionserkrankungen, im späteren Verlauf des Jahres und auf einen damit verbundenen steigenden Bedarf an stationärer und intensivmedizinischer Betreuung. Für die Intensivmediziner selbst bedeute SARS-CoV-2 auch ein hohes Maß an zusätzlicher Aus- und Fortbildung. Markstaller: “Mehr als 31.000 wissenschaftliche Publikationen verzeichnet die Datenbank PubMed per Mitte Juli zum Thema SARS-CoV-2, viele davon betreffen anästhesiologische, notfall- oder intensivmedizinische Fragestellungen. Hier bedarf es großer Anstrengungen für alle Beteiligten, auf dem aktuellen Stand des Wissens zu bleiben.” Die Österreicher – so der ÖGARI-Präsident – hätten in jener Phase, in der die exponentielle Entwicklung der SARS-CoV-2-Infektionen sehr besorgniserregend gewesen wären, durch ein weit verbreitet umsichtiges und rücksichtsvollen Verhalten einen entscheidenden Beitrag zur gelungenen Krisenbewältigung geleistet, so der ÖGARI-Präsident. “Mit dieser gemeinsamen Einstellung müssen wir jetzt auch den weiteren Entwicklungen begegnen. Es gilt jetzt, dass weiterhin alle Beteiligten mit der gleichen Professionalität wie bisher auf die weiteren Entwicklungen reagieren.”

Corona: Intensivmediziner fordern Vorbereitung auf Herbst

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat sich am Donnerstag für eine weitreichende Wiedereinführung der Maskenpflicht ausgesprochen. Dabei geht es um geschlossene Räume wie Supermärkte und Geschäfte. “Die Freiwilligkeit funktioniert nicht. Wenn es freiwillig nicht geht, muss man es verpflichtend machen, und das möglichst bald”, sagte ÖAK-Präsident Thomas Szekeres am Donnerstag. Österreichs Zahlen seien sehr gut. “Sie steigen langsam, explodieren nicht”, konstatierte der Mediziner. Doch es liege “an uns selbst”, dass das auch so bleibe. Szekeres appellierte daher einmal mehr, Abstand zu halten, Hände waschen und besonders in geschlossenen Räumen zum Mund-Nasenschutz zu greifen. Der Infektiologe und ÖAK-Vizepräsident Herwig Lindner sagte: “Wir befinden uns in einer Phase der Abkühlung der Pandemie, und diese Phase muss genutzt werden.” Die Maßnahmen der Regierung hätten genutzt, aber die Kurve der Neuinfektionen steigt wieder an. Es seien da und dort Defizite im Krisenmanagement aufgetreten – Beispiel Maskenmangel im März und April -, “das darf kein zweites Mal passieren”. Vor allem auf EU-Ebene müsse man die Lektionen lernen, sagte Lindner: Es gebe eine Abhängigkeit von Billiglohnländern bei der Produktion von Arzneimitteln und Schutzausrüstung. Man müsse in der Lage sein, Schutzausrüstung, Basismedikationen und andere Arzneimittel selbst zu produzieren. “Wir müssen in Zukunft die Unabhängigkeit gewährleisten”, betonte Lindner. Auf nationaler Ebene müsse bei Krisen, die das ganze Land betreffen, ein staatliches Management darübergestellt werden. “Wir müssen Verträge darüber abschließen, wer für die Lagerhaltung zuständig ist”, sagte der ÖÄK-Vizepräsident. Man könne bei großen Pandemien und Epidemien im niedergelassenen Bereich auch nicht die Verantwortung den einzelnen Ärzten dafür geben, zu sorgen, dass jeweils genug Schutzausrüstung in den Ordinationen vorhanden ist. Der Infektiologe warnte außerdem vor einem Nachlassen der Impfbereitschaft. “Es wird einen Impfstoff geben. Wir können das”, zeigte sich der Infektiologe überzeugt und nannte als Beispiele die Pocken und die Kinderlähmung. “Die Regierung sagt, wir werden mit dem Virus leben müssen – ja. Aber nur für eine bestimmte Zeit.” Doch Impfgegner würden sich bereits zu formieren beginnen, “und das ist eine Gefahr. Sie verharmlosen das Virus”, kritisierte Lindner. Szekeres plädierte auch dafür, Medikationsdaten aus dem ELGA und/oder der Sozialversicherung mit jenen des Elektronischen Meldesystems (EMS) bzw. den Krankengeschichten aus den Spitälern zu verknüpfen. Dies kann nach den Erläuterungen des ÖÄK-Präsidenten dazu dienen, gegen SARS-CoV-2 wirksame Arzneimittel zu identifizieren. “Wenn ich einen Zusammenhang zwischen einem leichten Verlauf einer Covid-19-Erkrankung und bestimmten Prämedikationen finde”, habe man möglicherweise ein wirksames Medikament. Die Daten würden selbstverständlich anonymisiert abgeglichen werden. Lindner wandte sich auch gegen “Rotstiftakrobaten”, die sich formieren würden, um Spitalsbetten, insbesondere Intensivbetten, zu reduzieren. Die Pandemie habe gezeigt, dass dies anders zu bewerten sei. So darf nur ein Covid-19-Patient in einem Vier-Bett-Zimmer liegen, was eine Auslastung von 25 Prozent entsprechen würde, Lindner zufolge aber so nicht gerechnet werden darf. “Es ist ganz wichtig, dass sich Österreich als reiches Land sich die entsprechenden Ressourcen leistet”, appellierte der Infektiologe. Nicht zuletzt, um Situationen wie in Italien und Frankreich während der Coronakrise zu vermeiden. Szekeres appellierte, Containment ernst zu nehmen: Wer Symptome zeige, “soll zuhause bleiben und über die Hotline 1450 die Testung anfordern”. Es sei nicht zuletzt wichtig, angesichts der allgemeinen Symptome, die auch bei anderen Virusinfektionen auftreten können, zu differenzieren.

Ärztekammer für weitgehende Maskenpflicht

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