Marchtrenk - Kreativ durch die Krise

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Paul Mahr (Bürgermeister Marchtrenk) im Talk.

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Der Trend der SARS-CoV-2 Zuwachsraten in Österreich nimmt nach einer Abflachung am Sonntag wieder zu: Am Montag stiegen die Neuinfektionen innerhalb eines Tages von 3.026 auf 3.611 (Stand: 8.00 Uhr). Das bedeutet im 24-Stunden-Vergleich eine Zunahme von 19,33 Prozent, nach dem geringsten täglichen prozentuellen Zuwachs von 15 Prozent am Vortag.

Steigerung im 24-Stunden-Vergleich von 19,33 Prozent

Kardinal Christoph Schönborn hat zum ersten Mal seit den zwischenzeitlichen Kirchenschließungen aufgrund der Coronakrise wieder einen öffentlichen Gottesdienst gefeiert. Dies sei ein “bewegender Moment”, sagte er zu Christi Himmelfahrt im Wiener Stephansdom. Wenngleich der Beginn “zaghaft” sei und “unter Bedingungen, die wir nicht selber gewählt haben, sondern freiwillig annehmen, um uns gegenseitig zu schützen”, fügte der Wiener Erzbischof hinzu.”

Schönborn feierte ersten Gottesdienst seit Kirchenschließungen

Bundeskanzler Sebastian Kurz hat Bedingungen an eine etwaige Staatshilfe für die AUA (Austrian Airlines) geknüpft. In den Verhandlungen mit dem Management der österreichischen Lufthansa-Tochter gehe es darum, möglichst viele österreichische Arbeitsplätze und den Standort zu sichern. “Was es nicht geben wird, ist eine Finanzspritze für die Lufthansa, einem deutschen Konzern, ohne einen Vorteil für die Republik Österreich”, erklärte Kurz in der Ö1-Reihe “Im Journal zu Gast”. Ob das bedeute, dass die Staatshilfe an eine Standortgarantie geknüpft werde, wollte der Kanzler nicht sagen, “weil es laufende Verhandlungen sind”. Alle Fluggesellschaften auf der Welt sprächen zur Zeit mit den jeweiligen Staaten über Hilfen, schließlich halte es eine Fluglinie nicht sehr lang aus, auf dem Boden zu stehen. Kolportiert wurden zuletzt viele Summen genannt, die die AUA heuer vom Staat benötigen könnte, etwa 800 Millionen Euro.

AUA - keine Finanzspritze ohne Vorteil für Österreich

Angesichts der Öffnung der Geschäfte und Liberalisierung der Ausgangssperren hat die Ärztekammer ausdrücklich vor dem unachtsamen Umgang mit Covid-19 gewarnt. Präsident Thomas Szekeres appellierte am Sonntag, die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus – wie das Tragen von Mund-Nasenschutz in geschlossenen Räumen und den Ein-Meter-Abstand zu anderen Menschen – weiter einzuhalten. “Wir alle haben in den letzten Wochen viel erreicht und stehen international hervorragend da. Wir dürfen uns durch Unachtsamkeit und mangelnder Disziplin diesen Etappenerfolg jedoch nicht zunichtemachen”, betonte Szekeres in einer Aussendung der Ärztekammer. Auch regelmäßiges Händewaschen sei weiter unumgänglich, um einen möglichen Anstieg der Infektionszahlen zu vermeiden. Sorgen bereiten Szekeres die Bilder, die man teilweise am Samstag gesehen habe, nämlich lange Schlangen vor einigen Geschäften. “Es ist verständlich, dass die Menschen nach der lange Phase der Isolation nun wieder in die Geschäfte drängen”, meinte der Mediziner. Trotzdem sollte jeder Einzelne für sich entscheiden, ob tatsächlich jeder Einkauf gleich in den ersten Tagen notwendig sei. Keinesfalls sollte in der Hektik des Einkaufs auf die notwendigen Vorsorgemaßnahme vergessen werden.

Ärztekammer appelliert an Vernunft

Seit Monaten hat er sein Schicksal herausgefordert, jetzt hat es Jair Bolsonaro erwischt: Der brasilianische Präsident hat sich mit dem Coronavirus infiziert. “Das Testergebnis ist positiv”, sagte er am Dienstag vor Journalisten. “Ich fühle mich vollkommen gut. Ich habe sogar Lust, spazieren zu gehen, aber auf ärztliche Empfehlung hin werde ich das nicht tun.” Er sei bei “guter Gesundheit”, sagte Bolsonaro in einem Interview mit dem staatlichen Sender TV Brasil. Er habe sich am Sonntag krank gefühlt und am Montag einem Test unterzogen, nachdem er Symptome entwickelt habe. Am Tag zuvor hatte der Staatschef über Fieber und Gliederschmerzen geklagt. Daraufhin sagte er einige Termine ab und machte in einem Militärkrankenhaus in der Hauptstadt Brasília einen Coronatest. Nach dem positiven Ergebnis will Bolsonaro nun das umstrittene Mittel Hydroxychloroquin einnehmen. Die Wirksamkeit des Malaria-Mittels gegen die Lungenerkrankung Covid-19 ist bisher nicht bewiesen. US-Präsident Donald Trump hatte Hydroxychloroquin nach eigenen Worten zur Vorbeugung eingenommen. Genau wie sein Vorbild in Washington hält auch der “Tropen-Trump” das Medikament für ein Wundermittel. Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bisher haben sich in dem größten Land Lateinamerikas 1,6 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 65.487 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur recht wenig getestet wird. “Ich hoffe, dass sich der Präsident vom Coronavirus erholt, damit er Rechenschaft über seine Aktionen während der Pandemie ablegen kann”, schrieb der Politologe Maurício Santoro von der Universität Rio de Janeiro auf Twitter. “Die Zehntausenden Toten und ihre Angehörigen verdienen diese Geste des Respekts.” Die brasilianische Regierung hat die Pandemie von Anfang an heruntergespielt. Bolsonaro selbst bezeichnete das Coronavirus immer wieder als “leichte Grippe” und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, ließ sich von seinen Fans feiern, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern. “In meinem speziellen Fall, aufgrund meines sportlichen Hintergrunds, müsste ich mir keine Sorgen machen, wenn ich mit dem Virus infiziert wäre”, sagte er einmal. Tatsächlich war Bolsonaro in seiner Militärzeit ein guter Fünfkämpfer. Mit 65 Jahren gehört er mittlerweile allerdings zur Risikogruppe. Zudem war er in den vergangenen Jahren mehrfach operiert worden, nachdem er während des Wahlkampfs 2018 von einem Attentäter schwer mit einem Messer verletzt worden war. Auch am Wochenende war Bolsonaro wieder viel unter Menschen, teilweise ohne Maske: Am Samstag nahm er gemeinsam mit mehreren Ministern und einem seiner Söhne an einem Essen anlässlich des amerikanischen Unabhängigkeitstages in der US-Botschaft teil. Zudem flog er in den Bundesstaat Santa Catarina, um sich nach den schweren Unwettern ein Bild der Lage zu machen. Im Streit um den richtigen Umgang mit der Pandemie warfen bereits zwei Gesundheitsminister das Handtuch. Zuletzt legte Bolsonaro sein Veto gegen eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen wie Kirchen, Geschäften und Schulen ein. Der rechte Staatschef fürchtete vor allem die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. “Das Leben geht weiter. Brasilien muss produzieren”, sagte er am Dienstag. “Müssen wir uns wegen des Virus Sorgen machen? Ja. Aber auch wegen der Arbeitslosigkeit, die es ebenfalls gibt.” Zwar haben eine Reihe von Bundesstaaten und Städten auf eigene Faust Schutzmaßnahmen ergriffen, allerdings werden die Einschränkungen an vielen Orten bereits wieder gelockert. In der Millionenmetropole Rio de Janeiro etwa öffneten sogar Restaurants und Bars wieder, auf der Strandpromenade an der Copacabana tummeln sich bereits wieder zahlreiche Menschen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro mit Coronavirus infiziert